Organisationsstruktur der Verwaltung

Zunächst einmal zwei Begriffsdefinitionen:

Wikipedia:

„Unter Verwaltung versteht man allgemein administrative Tätigkeiten, die mit der Besorgung eigener oder fremder Angelegenheiten zusammenhängen und meist in einem organisatorischen Rahmen wie Behörden, öffentlichen Einrichtungen, Unternehmen oder sonstigen Personenvereinigungen stattfinden.“

Brockhaus:

„Verwaltung, eine Tätigkeit, die im Rahmen vorgegebener Entscheidungen bestimmte Lebensgebiete ordnet und gestaltet.“

Die Lebensgebiete ändern sich, daher muss sich auch die Organisationsstruktur der Verwaltung ändern. Es ist sehr sinnvoll, vor dem Umzug in das sanierte und erweiterte Kreistagsgebäude eine Reform der Organisationsstruktur vorzunehmen.

Der Kreis Herzogtum Lauenburg ist ein besonderer Kreis. Der Zusatz Herzogtum hat historische Gründe, er ist kein Ausdruck rückwärtsgewandter Sentimentalität. Als einziger Kreis im heutigen Schleswig-Holstein war unser Kreis bis 1876 preußischer Landkreis. Dies dauerte nur 10 Jahre, aber es musste im Namen eine Unterscheidung zum preußischen Kreis Lauenburg in Pommern gefunden werden. Diese Unterscheidung hat uns den Zusatz „Herzogtum“ im Namen beschert.

Die Zeit als preußischer Landkreis hat dem Kreis außerdem ein wertvolles Dominialvermögen eingebracht, die Domänen und die Kreisforsten. Daher hat unsere Kreisverwaltung Aufgaben, die es in anderen Kreisverwaltungen nicht gibt.  

Der Kreis Herzogtum Lauenburg besitzt die größten kommunal bewirtschafteten Wälder in Deutschland. Wir haben wundervolle Wälder, bewirtschaftet als Dauerwald schon zu einer Zeit als in anderen Regionen Deutschlands Kahlschläge üblich waren. Die Kreisforsten haben den Bau des Schaalseekanals finanziert, nach dem zweiten Weltkrieg die Versorgung der Bevölkerung mit Brennholz sichergestellt.

Wir können uns diese Wälder nur leisten, wenn sie mit Hilfe des Holzverkaufs zu ihrer eigenen Finanzierung beitragen. Im Schnitt der Jahre sollte in etwa eine schwarze Null dabei herauskommen. Im Waldland Deutschland ist die Nutzung der Wälder zur Holzproduktion ein wertvoller Beitrag zur Nachhaltigkeit.

Der Verkauf von Holz setzt voraus, dass es Kunden gibt, die Holz kaufen wollen. Nach dem letzten Bericht im Forstausschuss war die Submission in diesem Jahr sehr erfolgreich.

Damit dies auch in den kommenden Jahren so ist, sollte die Verwaltungsstruktur berücksichtigen, dass die Kundschaft Zugang hat und – ganz wichtig – auch neue Kunden geworben werden können. Die Kreisforsten bieten anders als z. B. eine Baubehörde, die Genehmigungen erteilt, Produkte an, die auch bei anderen Anbietern erhältlich sind. Sie hat kein Monopol. Kundenfreundlichkeit ist daher von hohem Wert.

Es ist somit eine eigene Internetpräsenz erforderlich, der jetzige Zustand ist mehr als suboptimal.

Weiterhin sollte auch und in der Bezeichnung deutlich werden, dass der Kreis einen Forstbetrieb hat.

Unter Punkt 6 „Ziele und Nachteile, Vorteile und Konsequenzen“ wird dargelegt, dass die Fachdienste Kreisforsten und Naturpark in der Form eines Regiebetriebes geführt werden könnten. Mir ist bewusst, dass wir dies schon mal hatten – vor Bildung des Eigenbetriebes. Es spricht nichts dagegen, sondern aus Sicht der FDP sehr viel dafür, wieder einen Regiebetrieb einzurichten.

Für einen Betrieb ist es wichtig, dass Gewinne in den Betrieb investiert werden können. Es sollte ein Weg gefunden werden, dies auch den Kreisforsten zu ermöglichen. Notwendige Investitionen ergeben sich aus der Anschaffung von Maschinen, der Wegeinstandhaltung und der Beschilderung.

 

Die Definition für Verwaltung im Brockhaus führt aus, dass Verwaltung Lebensgebiete ordnet und gestaltet. Das heißt Verwaltung hat Gestaltungsaufgaben.

Als FDP plädieren wir dafür, dass die Verwaltung bürgerfreundlich gestaltet wird.

Als ehemaliges Mitglied von Land- und Bundestag will ich ausdrücklich betonen, dass Gesetze in sehr vielen Bereich der Verwaltung einen Gestaltungsspielraum lassen. Es ist vom Gesetzgeber nicht gewollt, dass sie punktgenau umgesetzt werden, denn allgemein geltende Gesetze können nicht für jeden Einzelfall geschrieben werden. Aber jeder Einzelfall ist von der Verwaltung zu bearbeiten.

Bitte denken Sie in der Verwaltung daran, dass im Kreis nicht nur Verbrecher wohnen. Die Aufblähung von Verwaltungen als Folge eines Misstrauens gegenüber den Menschen sollte zurückgefahren werden, dies ist ein wichtiges Anliegen der Entbürokratisierung.

Kundenfreundlichkeit sollte nicht nur für den Forstbetrieb sondern auch für die Verwaltung gelten. Ich habe in dieser Hinsicht mit einigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kreisverwaltung sehr gute Erfahrungen gemacht.